Living Lab Walldorf FAQs

Das Projekt

Wie lange läuft das Projekt? Wie lange dauert der Feldtest?

Das gesamte Projekt ist im Dezember 2015 gestartet und hat eine Laufzeit von 3 Jahren. Es gliedert sich grob in drei Phasen:

Vorbereitung und technologische Entwicklung: Projektstart bis Ende 2016

Feldtest in Walldorf Süd: Anfang 2017 bis voraussichtlich Mitte 2018

Analyse und Bewertung: Mitte 2018 bis Projektende

Wird das Projekt öffentlich gefördert?

Ja, das Projekt wird durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft des Landes Baden-Württemberg im Rahmen des Programms BWPlus gefördert.

Wer trägt das Projekt Living Lab Walldorf?

Am Projekt Living Lab sind neben den Stadtwerken Walldorf auch der Konsortialführer beegy, die MVV Energie und das Technologieunternehmen KEO sowie die Wissenschaftspartner KIT und FZI beteiligt. Eine zentrale Rolle spielen die freiwillig teilnehmenden Pilothaushalte aus Walldorf Süd.

Verursacht der Quartierspeicher Lärm oder Hitze?

Nein, der Quartierspeicher war schon seit Jahren in Mannheim reibungslos in Betrieb – ohne negative Auswirkungen auf seine Umwelt.

Wie sieht der Quartierspeicher aus?

Der Batteriespeicher ist in einem handelsüblichen 20 Fuß-Frachtcontainer installiert, der auf dem Parkplatz westlich des Nahversorgungszentrums aufgestellt wurde. Die Maße des Containers betragen etwa (LxBxH) 6 x 2,5 x 2,9 Meter mit einem Gewicht von circa 14 Tonnen. Innerhalb des Containers ist neben dem eigentlichen Batteriespeicher und der Klima- und Schutztechnik auch die Kommunikationseinrichtung verbaut, die die Be- und Entladung des Speichers steuert. Der Quartierspeicher wird durch die Stadtwerke Walldorf betrieben.

Wie funktioniert das Living Lab?

Bei rund 40 Haushalten in Walldorf Süd werden Energiemanagement-Gateways installiert. Energiemanagement-Gateways sind vergleichbar mit einem Internet-Router. Sie verbinden vorhandene Wärmepumpen und Photovoltaik-Wechselrichter, Batteriespeicher oder Ladeboxen für Elektro-Fahrzeuge über das Internet mit einer Zentrale. Auf diese Weise können wir den Betrieb dieser Geräte z.B. an der Netzsituation orientieren und erneuerbare Erzeugung mit Hilfe der flexiblen Anlagen besser nutzbar machen - natürlich immer unter der Maßgabe, dass der Komfort nicht leidet.

Zudem wurde durch die Stadtwerke ein großer Batteriespeicher in Walldorf Süd installiert.

Die Forschungspartner KIT und FZI begleiten den Feldversuch wissenschaftlich und entwickeln Simulationsmodelle und Optimierungsansätze, die sich auf das gesamte deutsche Stromnetz übertragen lassen.

Die Meinungen und Erfahrungen der Teilnehmer Walldorf Süd sind ein zentraler Bestandteil des Projektes. Die Feldtestteilnehmer werden durch Workshops und Befragungen in das Projekt eingebunden. Die Beteiligung am Projekt ist freiwillig.

Was ist das Ziel des Projektes?

Im Forschungsprojekt LiLa Walldorf untersuchen wir, wie zukünftig ein größerer Anteil von erneuerbaren Energien im Stromnetz aufgenommen werden kann.

Da die Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien (Sonne, Wind) nicht steuerbar ist, wollen wir Verbraucher nach dem Angebot von erneuerbaren Energie steuern und Energiespeicher einsetzen – ohne dass das für den Kunden einen Komfortverlust bedeutet.

Hierzu werden ca. 40 Pilothaushalte in Walldorf Süd testweise intelligent miteinander verbunden. Neben technischen Entwicklungen zur optimalen Steuerung geht es uns auch um regulatorische Fragen. Die Stromkosten für Haushalte bestehen zu mehr als 2/3 aus staatlich regulierten Kosten, wie z.B. EEG-Umlage und Stromsteuer. Wie und in welchem Umfang diese Kosten berechnet werden, ist entscheidend dafür, ob technische Lösungen, die die Energiewende fördern, für Haushalte attraktiv sind. Am Ende des Projektes wollen wir den Regulierungsbehörden und dem Gesetzgeber Vorschläge machen können, welcher regulatorische Rahmen die Ziele der Energiewende am besten unterstützt.

Der Feldtest

Werden PV-Anlagen während des Feldtests gesteuert?

Nein, im Rahmen des Feldtest werden bei den PV-Anlagen lediglich die erzeugten Strommengen erfasst, aber nicht in den Betrieb eingegriffen. Die generierte Strommenge wird durch den Feldtest also nicht beeinflusst.

Hat der Feldtest im Falle meiner Teilnahme Einfluss auf meine Abrechnungen (Verbrauchsabrechnung, Einspeisevergütung PV-Anlage)?

Grundsätzlich nicht, da der bestehende Rechtsrahmen der Energiewirtschaft im Rahmen des Projektes nicht geändert werden darf. Während des Feldtests garantieren wir, dass die Teilnehmer keinesfalls schlechter gestellt werden als ohne Projektteilnahme. Wir werden uns bei den Projektteilnehmern in Form von Gutscheinen für den AQWA Bäder- und Saunapark Walldorf bedanken.

Welche Vorteile ergeben sich für mich als Teilnehmer?

Als Feldtestteilnehmer werden Sie Teil der Zukunft der Energiewende, indem Sie die Zukunft der Energieversorgung aus dezentralen und erneuerbaren Quellen mitgestalten. Sie erhalten Transparenz über den Energieverbrauch und die Energieproduktion mittels einer App. Ihnen entstehen keinerlei Kosten. Sämtliche Aufwände und Investitionen werden durch das Projekt getragen – zusätzlich ist für alle Pilothaushalte ein Dankeschön als Aufwandsentschädigung vorgesehen.

Wie lange dauert der Feldtest?

Von Anfang 2017 bis voraussichtlich Mitte 2018, siehe Frage oben „Wie lange läuft das Projekt?“

Wo findet der Feldtest statt?

Der Feldtest findet im Neubaugebiet Walldorf Süd statt. Durch die modernen Häuser in Passivhaustechnik bietet Walldorf Süd ein Schaufenster in die energetische Zukunft und macht den Feldtest besonders aussagekräftig.

Ich bin kein Stadtwerke Walldorf-Kunde mehr. Kann ich trotzdem am Feldtest teilnehmen?

Nein. Da wir im Feldtest die Veränderung ihres Bezugsverhaltens energiewirtschaftlich bewerten wollen, muss die Steuerung der Geräte und die Energielieferung über die Stadtwerke Walldorf erfolgen. Die Stadtwerke Walldorf unterstützen Sie aber gerne bei der Kündigung Ihres Liefervertrages und würden hierzu auch direkt Kontakt mit ihrem Lieferanten mit Hinweis auf unser Forschungsvorhaben aufnehmen.

Wie kann ich Feldtestteilnehmer werden?

Alle Haushalte des Feldtestgebietes werden im Spätsommer 2016 postalisch angeschrieben, zudem sind Informationsveranstaltungen in Walldorf geplant, die öffentlich angekündigt werden. Daraufhin können Sie Ihr Interesse an der Feldtestteilnahme bekunden. Die Auswahl der Feldtestteilnehmer wird nach technischen Kriterien erfolgen. Ziel ist es Haushalte anzubinden, deren Strombedarf – ohne Nutzungseinschränkung – teilweise zeitlich zu verlagern ist.

Was passiert mit der beim Feldtestteilnehmer eingebauten Technik nach Ende des Feldtests?

Im Idealfall können wir den Feldtestteilnehmern im Anschluss eine attraktive Anschlussnutzung anbieten. Dazu müssen wir aber die Ergebnisse des Forschungsprojekts erst erarbeiten. Auf Wunsch des Kunden werden aber auch alle eingebauten Komponenten kostenlos entfernt.